Alkohol unterstützt akzentfreie Aussprache

Friends having beers

Wer hat es noch nicht erlebt – mit ein bisschen Alkohol im Blut entknotet sich die Zunge und selbst fremde Sprachen kommen plötzlich entspannt über die Lippen. Doch was steckt dahinter?  Einbildung oder fällt uns das Sprechen unter Alkoholeinfluss wirklich leichter?

Genau diesen Zusammenhang hat Fritz Renner gemeinsam mit seinem Team (Universität Maastricht) untersucht und 2017 im „Journal of Psychopharmacology“ einen spannenden Ansatz publiziert. Laut ihren Forschungen sprechen Menschen nach einem Drink eine neu erlernte Fremdsprache tatsächlich mit weniger Akzent.

Was genau wurde untersucht?

Renner und die beteiligten Mitarbeiter ließen 50 deutsche Muttersprachler entweder Wodka mit Bitter Lemon oder Wasser trinken. Alle Teilnehmer hatten zuvor mehrere Monate lang Niederländisch gelernt und sollten sich nun einige Minuten lang in der neu gelernten Sprache unterhalten. Die Aussprache wurde von zwei niederländischen Muttersprachlern in den Kategorien Aussprache, Grammatik, Vokabular und Argumentationsketten bewertet. Gleichzeitig durften auch die Probanden selbst eine Einschätzung zu ihren Sprachfertigkeiten abgeben.

Die Versuchsteilnehmer aus der „alkoholisierten“ Gruppe hatten während des Experiments etwa 0,4 Promille und hätten damit theoretisch – zumindest in Deutschland – noch Auto fahren dürfen.

Was war das Ergebnis der Studie?

Das Ergebnis überraschte das Team rund um Renner. Denn die niederländischen Muttersprachler waren der Meinung, dass vor allem die Aussprache von den alkoholisierten Teilnehmern besser gewesen sei als bei den Wasser trinkenden Probanden. Bezüglich der Selbstwahrnehmung gab es allerdings keine Unterschiede zwischen beiden Versuchsgruppen.

Renner und sein Team geben an, dass Alkohol Sprachhemmungen reduziert und dadurch zu einer besseren Aussprache beiträgt. Das halten andere Forscher aber für unwahrscheinlich und weisen auf die Schwächen der Studie hin. Bei einem sind sie sich aber sicher: Forscher und Teilnehmer hatten bestimmt sehr viel Spaß bei der Studie!

Den Ansatz von Renner hat Günter Grünwald, ein bayerischer Comedian, in seiner Sendung Grünwalds Freitags Comedy aufgegriffen.

Er hat eine mehr als eigenwillige Interpretation der Forschungsergebnisse veröffentlicht und diese Interpretation ist definitiv in einem Punkt mehr als wertvoll. Lachen ist gesund und das dürfte zwischenzeitlich auch wissenschaftlich einwandfrei fundiert sein…